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Gemeindewald



Der Gemeindewald Steinfeld umfasst eine Gesamtfläche von rund 1.230 Hektar. Er setzt sich aus den im Zuge der Gebietsreform zusammengelegten ehemaligen Forsten der Orte Steinfeld ( 726 Hektar ), Waldzell ( 378 Hektar ) und Hausen ( 127 Hektar ) zusammen. Da die Ortswaldungen unmittelbar aneinander angrenzen, entstand durch die Zusammenlegung ein großer, gut zu bewirtschaftender Forstbetrieb.

Böden:
Der Gemeindewald stockt vorwiegend auf Verwitterungsböden des roten Sandsteins, in den östlichen Distrikten auch auf Böden, die aus Muschelkalk entstanden sind. Auf letzteren befinden sich hauptsächlich von der Kiefer dominierte Wälder, die vor 100 bis 150 Jahren durch Aufforstung von ehemaligen Schafhutungen entstanden sind. Abgesehen von diesen Standorten ermöglichen die Böden im Gemeindewald hervorragende bis mittlere Wuchsleistungen.
Die natürliche Bestockung im gesamten Gemeindewald wären verschiedene Formen von Buchenwaldgesellschaften.

Geschichte:
Die erste geregelte forstliche Planung wurde in allen Ortsteilwäldern in der Mitte des 19. Jahrhunderts eingeführt. Die Wälder bestanden damals aus Laubholzarten, vor allem Eichen und Buchen, und waren durch Übernutzung, Waldweide, Streunutzung sowie Holzfrevel teilweise in einem bedauernswerten Zustand. Im ehemaligen Ortswald Steinfeld fanden sich erstmals einige wenige Nadelholzjungbestände. Bedingt durch den Bedarf an Gerbsäure kam kurzzeitig der Eichen-Niederwald zur Blüte, bevor mit dem Aufkommen von synthetischen Gerbmitteln diese Art der Bewirtschaftung wieder zum Erliegen kam.

Gegenwart:
Heute wird der Gemeindewald von Buche und Eiche dominiert. Daneben sind Kiefer und Fichte die am Häufigsten vorkommenden Nadelbaumarten. Insgesamt gesehen, zeichnet sich der Steinfelder Gemeindewald durch eine breite Baumartenpalette, sowie durch eine hohe ökologische Vielfalt aus.




















Vorrat:
In den letzten 150 Jahren ist der Nadelholzanteil im Gemeindewald auf 44 Prozent angestiegen. Auch der Holzvorrat hat deutlich zugelegt und liegt jetzt mit rund 360 Festmeter pro Hektar erheblich über dem unterfränkischen Durchschnitt.

Hiebssatz:
Der Hiebssatz liegt im Gemeindewald zur Zeit bei 8.000 Festmeter Holz pro Jahr und damit deutlich unter dem tatsächlichem jährlichen Zuwachs. Damit ist nicht nur die Nachhaltigkeit gewahrt, sondern es wird gleichzeitig Vorrat aufgebaut.

Bewirtschaftung:
Seit 2009 liegt die Bewirtschaftung des Gemeindewaldes in Händen des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Karlstadt, Außenstelle Lohr a. Main. Verantwortlicher Revierleiter ist Forstamtsrat Martin Volkmann-Gebhardt
Ziel ist es, den Wald so zu bewirtschaften, dass er allen seinen Funktionen für Gemeinde und Allgemeinheit gerecht werden kann. Neben wirtschaftlichen Überlegungen stehen dabei Aspekte des Naturschutzes und der Erholungsnutzung im Mittelpunkt.
Für die Waldarbeit beschäftigt die Gemeinde zwei gelernte Forstwirte, die ausschließlich im Wald tätig sind. Bei Arbeitsspitzen, v. a. während des Starkholzeinschlages im Winter, bekommen diese Verstärkung aus dem Bauhof. So ist ein flexibler Arbeitskräfteeinsatz möglich. Schwächere Bestände werden aus wirtschaftlichen Gründen mit modernen Vollerntemaschinen durchforstet. Das Holzrücken besorgt zuverlässig ein örtlicher Unternehmer. Den überwiegenden Teil des Holzes verkauft die Gemeinde in Eigenregie, mitunter wird Holz auch über die Forstbetriebsgemeinschaft Main-Spessart West e.V. vermarktet. Einzelne Hiebe werden an Forstunternehmer direkt auf dem Stock verkauft.
Die Ertragskraft ihres Waldes und eine sinnvolle Kombination des Einsatz von eigenen Arbeitskräften und moderner Forsttechnik bescheren dem Forstbetrieb Steinfeld seit jeher ein positives Betriebsergebnis und dies obwohl ein erheblicher Teil des Überschusses wieder in den Wald reinvestiert wird. Insbesondere die Wegeinstandhaltung sowie die Begründung und Pflege der Forstkulturen, die Instandhaltung der Zäune und Bereitstellung des Brennholzes für die Bevölkerung sind sehr kostenintensiv.



Schäden:
in den letzten 30 Jahren kam es vermehrt zu Schäden durch Schnee- und Eisbruch, durch verschiedene Sturmereignisse sowie durch Borkenkäfer. Große Schadflächen, oft auf labilen Standorten, mussten neu aufgeforstet und gegen Wildverbiss geschützt werden. Seit drei Jahren ist der Anfall an Schadholz gering und eine geregelte Forstwirtschaft wieder möglich.

Pflanzung:
Wo immer möglich und sinnvoll hat die natürliche Verjüngung der Waldbäume im Zuge der naturnahen Bewirtschaftung des Gemeindewaldes Vorrang vor künstlich angelegten Pflanzungen. Pflanzungen erfolgen lediglich auf Schadflächen, zur Einbringung von Mischbaumarten in Buchennaturverjüngungen sowie zum Umbau von Nadelholzbeständen in standortgerechte laubholzreiche Mischwälder.

Pflege:
Durch die Schadereignisse v.a. in den 90ger Jahren sind viele Kulturen und Dickungen entstanden, die regelmäßiger Pflege bedürfen. Aber auch die älteren Bestände stehen häufig noch zu dicht. Dadurch können sich die Kronen oft nicht richtig entfalten und die Bäume werden instabiler. Konkurrenzschwächere Baumarten, wie z. B. die Eiche werden zurückgedrängt. Eine der gegenwärtigen und zukünftigen Hauptaufgaben ist es deshalb, die Durchforstungstätigkeit zu intensivieren. Besonders die Mischbaumarten sollen dabei gefördert werden, der Kronenausbau soll auf gute Einzelbäume gelenkt und die Stabilität der Bestände erhöht werden. Mehr Qualität und Vielfalt ist hier die Devise.

Erschließung:
Der Wald ist durch ein gutes LKW-befahrbares Wegenetz erschlossen. Lediglich noch ca. 1,5 km Wegeausbau sind in Planung. Die Wege befinden sich in einem gepflegten Zustand und werden regelmäßig Instand gesetzt. Auch die meisten Bestände wurden in den letzten Jahren durch Rückegassen erschlossen. Dieses Feinerschließungsnetz soll Bodenschäden durch ungeregeltes Befahren der Bestände auf Dauer verhindern.


Die Waldarbeiterhütte, Zentrum aller Arbeiten und Geselligkeit

Naturschutz:
Besonderer Wert wird darauf gelegt, seltene Mischbaumarten zu erhalten, Specht- und Horstbäume zu schützen, Altbäume und ausreichend Totholz im Wald zu belassen. Umgestürzte Einzelbäume sollen unaufgearbeitet liegen bleiben. Im Bereich einer Dohlenkolonie wird besonders darauf geachtet, die Brutbäume zu schützen. Feuchtbiotope werden gepflegt und neue werden angelegt. Auf den Muschelkalkstandorten wird die Kiefer zu Gunsten standortgerechter Laubbäume zurück genommen.



Waldpädagogik und Informationsarbeit:
Alljährlich werden alle Schulkinder der Volksschule Steinfeld am "Tag des Baumes" im Wald mit den Zusammenhängen des Naturkreislaufes, den heimischen Baumarten und der Nutzung von Holz auf spielerische Weise vertraut gemacht.
Von der Forstverwaltung werden regelmäßig Waldbegänge mit Jagdpächtern, Bürgern, und Verantwortlichen der Gemeinde angeboten und durchgeführt. Über aktuelle Entwicklungen im Gemeindewald werden die Bürger über die Lokalpresse informiert.



Schulungen:
Für die Selbstwerber von Brennholz werden jedes Jahr Schulungen zu den Themen "Arbeitssicherheit" und "Motorsägenhandhabung" abgehalten. Im Rahmen dieser Schulungen kann der sogenannte "Motorsägenführerschein" erworben werden.


Gemeindeförster Martin Volkmann-Gebhardt
Sprechzeiten: Mittwoch 08.30 Uhr - 10.00 Uhr
E-Mail: Martin.Volkmann@aelf-ka.bayern.de
Telefon: 09359 / 308 Büro Rathaus


Waldarbeiter Peter Ullrich
Telefon: Handy 0172 - 6927611


Waldarbeiter Johannes Scheiner
Telefon: Handy: 0174-8867136




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Gemeinde Steinfeld
Rathausstr. 16 | 97854 Steinfeld | Tel.: 09359 208 | rathaus@steinfeld-msp.de