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Geschichte


Wann erstmals in Steinfeld, Hausen und Waldzell Kinder in den Kulturtechniken des Rechnens, Lesens und Schreibens unterrichtet wurden, ist noch nicht genau erforscht. Sicher ist, dass in der zeit der Gegenreformation, also unter Fürstbischof Julius Echter in Steinfeld eine Schule errichtet wurde. So ist durch die Pfarrmatrikel belegt, dass am 8. Juni 1605 in Steinfeld der hier tätige Lehrer Caspar Hausherr heiratete. In der Folgezeit tauchen bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts weitere Namen von Steinfelder "Schulmeistern" auf: Leonhard Helmudt (um 1607), Nikolaus Raab (um 1607), Hans Biber (um 1611), Nikolaus Scheiner (um 1614), Christoph Beurlein (um 1616), Johannes Bradt (um 1627), Michel Rock (um 1637), Johann Weigandt (1644).

Am 11. September 1651 lässt der Steinfelder Schulmeister Caspar Fleck eine Tochter taufen. 1652, 1655 und 1664 erscheint er als Lehrer in Waldzell, so dass durch diese Eintragung in den Pfarrmatrikeln erstmals eine Schule in Waldzell nachgewiesen werden kann.



Man kann annehmen, da Hausen eine Filiale der Wiesenfelder Pfarrei war und die Schule bis ins 20.Jahrhundert unter kirchlicher Aufsicht stand, dass die Schüler von Hausen in Wiesenfeld zur Schule gingen.

Viele der damaligen Lehrer starben, wie die Sterbedaten beweisen, schon in jungen Jahren, so etwa der Schulmeister Kilian Seufert am 27. Januar 1684 im Alter von 37 Jahren "ein wahrhaft frommer und guter Mann, ein ausgezeichneter choralista". Grund für diese frühe Sterblichkeit waren die allgemein ärmlichen und elenden Lebensumstände, die häufig zu der Bitte um Stundung des Zehnten oder um Darlehen führten: So bittet der Waldzeller Schulmeister Friedrich Baunach am 22. September 1700 den Rothenfelser Amtskeller, ihm "wegen großer Armuth und doneben vielen Kindter" die vorgeliehenen 6 Metzen Korn zu schenken, was jedoch "allen Einwendens ungeachtet" abgelehnt wird. Am 17. Februar 1708 berichtet das Rothenfelser Amtsprotokoll, man habe dem Schul- und Kirchendiener (diese Aufgabe wurde bis ins späte 19. Jahrhundert häufig gegen geringes Entgelt vom Lehrer mitversehen) Friedrich Baunach zu Waldzell bisher 1/8 seines entliehenen Korns zu erlassen, könne aber nicht länger Nachsicht mit ihm übern. Sicherlich hat ein Großbrand in der Pfingstwoche des Jahres 1707, der offensichtlich großen Schaden in Waldzell anrichtete und ganz allgemein zu einer Verarmung der Dorfbewohner führte, auch den Lehrer betroffen, waren Lehrer der damaligen zeit doch im wesentlichen abhängig von den wirtschaftlichen Verhältnissen ihres Dienstortes.

Am 2. Juni 1733 berichtet das Rothenfelser Amtsprotokoll: "Gemeindt zu Waldzell bittet 12 Aichbäumb ahn einen Holländer aus gemeiner Walddung verkauffen zu dürffen, umb die Schuhl und das Hirtenhaus repariren und handhaben zu können. Keller und Jäger attestiren die Nothwendigkeit angegebener Reparaturen und die ohnschädliche Abgab der Baumen".



Diese Renovierung schien dringen notwendig gewesen zu sein, denn schon 1696 wurde bei einer Inspektion durch die Kirche festgestellt, dass die Schulhäuser in Waldzell und Hausen baufällig seien, wie sich die Gemeinden wenig darum kümmern. Nicht immer war die Erhaltung der Schule für die Gemeinden einsichtig. So besuchten in manchen Jahren auf Grund der geringen Population keine Kinder die Schule wie in Waldzell 1649.

Der Schulbesuch war aber auch stark abhängig von den Grundbedürfnissen der Familien: Da man in den Sommermonaten die Kinder für die Feldarbeit brauchte, besuchte im Sommer meist nur die Hälfte der Schüler den Unterricht, so beispielsweise 1621 in Steinfeld 20 Schüler im Winter, 10 Schüler im Sommer.

Unterrichtet wurde anfangs "Christenlehre", Deutsch und Rechnen, später kamen andere Fächer wie "Erdbeschreibung" dazu. Regelmäßig wurden die Schulen vom Schulinspektor, der seinen Sitz in Lohr hatte, geprüft. Seine Berichte lauteten zum Beispiel so:
1769 Der Schullehrer hat Method und die Schule ist gut......In der Christenlehre ist die weibliche Schule weit hinter der männlichen... Die Knaben stricken gut.

Manchmal waren aber auch die Eltern mit dem Lehrer nicht einverstanden: "Schulmeister dieses Ortes sölle sich bessern, sonsten wöllen sie ihre Kinder nicht lassen in die Schule gehen". Später heißt es: "Der Lehrer hat sich gebessert, die Schulprüfung ist gut ausgefallen, auch wenn Klagen über die Härte des Lehrers berechtigt scheinen".(1796)



In Hausen wurde im Jahr 1790 eine neue Schule gebaut. Damals hatte Hausen 42 Häuser, 36 Kinder besuchten die Schule, unter ihnen auch die Kinder von Erlenbach. Rund 100 Jahre später wurde die Schule, der heutige Kindergarten, umgebaut und aufgestockt. Um die gleiche Zeit wurde in Steinfeld in der Nähe des alten Schulhauses ein weiterer Schulhausneubau geplant und durchgeführt. Während in Hausen und Waldzell der Unterricht immer noch einklassig durchgeführt wurde, fand der Unterricht in Steinfeld schon in bis zu vier Klassen statt.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde in Steinfeld ein weiterer Schulhausneubau begonnen. Zunächst als Landwirtschaftliche Berufsschule gedacht, zwang Schulraumnot für Volksschüler und die Umstrukturierung die Bauherren, noch in der Bauphase den Schulbau für die Verwendung als Volksschule zu gestalten.

Die Folgejahre brachten weitreichende Veränderungen für die Schullandschaft in den drei Ortschaften Steinfeld, Hausen und Waldzell mit sich. So wird 1964 zunächst ein Schulverband Pflochsbach-Erlach-Waldzell gegründet, dem Steinfeld und Hausen 1969 beitreten. Damit werden bis zu 400 Schüler in 8 Jahrgängen und bis zu 11 Klassen in den Schulorten Steinfeld, Pflochsbach, Hausen und Waldzell unterrichtet. Der Versuch, einen Schulverband "Fränkische Platte" mit den Ortschaften Rohrbach, Wiesenfeld, Hausen, Ansbach, Stadelhofen, Erlach, Pflochsbach, Waldzell und Steinfeld zu gründen, scheitert letztlich an der Gemeindegebietsreform.

So wandern 1974 auch die 8.Jahrgangsstufen nach Lohr, und ein Jahr später alle restlichen Hauptschüler, die dann die Nägelseeschule in Lohr besuchen. Zu dieser Zeit wurde auch die Fünftagewoche in der Schule eingeführt. Mit der Aussprengelung der Gemeinden Pflochsbach und Erlach im Schuljahr 1977/78 erhielt die heutige Schule ihren Namen: Volksschule Steinfeld (Grundschule). Sie bekam ihren Sitz in Steinfeld in dem bis 1993 verwendeten Schulgebäude. 131 Kinder wurden bei ihrer Installation in vier Klassen unterrichtet.



Über rund ein Jahrzehnt genügte das Schulgebäude den Erfordernissen, doch schon der damalige Schulleiter Hans Piecarczyk sah die kommende Schulraumnot voraus und regte einen Umbau oder Schulhausneubau an. Andere Unterrichtsformen und kleinere Klassen
Bei fast gleichen Schülerzahlen machten den Bau einer neuen Schule in den Krautgärten unumgänglich notwendig.



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