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Außergewöhnlicher Grabstein im Steinfelder Friedhof


Kaum beachtet von den Besuchern des Friedhofs in Steinfeld wird ein alter dreiteiliger Grabstein aus rötlichem Stein, der an der nördlichen Mauer des Friedhofs neben der Ölberggruppe angelehnt ist. Der Stein stand einst auf dem Grab der Familie Kessler, das 2004 nach der Ablaufzeit von 25 Jahren aufgelassen wurde.

Es ist ein schöner und erhaltenswerter Grabstein, der sich in Form, Text und Symbolik von den anderen Grabsteinen auf dem Steinfelder Friedhof unterscheidet. Er ähnelt in seiner Form einem Triptychon. Darunter versteht man normalerweise ein dreiteiliges Bildwerk, das auf einer festen Tafel und zwei mit Scharnieren daran befestigten klappbaren Tafeln aufgebracht wird. Die Form ist typisch für gotische Altarbilder. Sowohl dort, als auch bei späteren Triptychen in Kunst und Literatur besteht eine innere, oft verschlüsselte Beziehung zwischen den drei Darstellungen (nach wikipedia).

Der dreiteilige Grabstein steht symbolisch für die Personen aus drei Generationen der Familie Kessler, die in diesem Grab auf dem Steinfelder Friedhof bestattet wurden. Er nimmt in der Bild- und Textgestaltung Bezug auf die drei verschiedenen Berufe, die Großvater, Vater und Sohn ausübten.

Der linke Grabstein ist Johann Baptist Kessler gewidmet. Er wurde 1844 in Lohr geboren und war bis zu seinem Tod im Jahr 1898 Lehrer in Steinfeld. Man erkennt eine aufgeschlagene Bibel mit den griechischen Buchstaben Alpha und Omega und dem Fürbittruf
CHRISTUS / LEHRER FÜHRE ZUM LICHT / JOH. BAPT. KESSLER /
* 30.3.1844 + 10.10.1898 / 27 JAHRE LEHRER DAHIER
Darunter steht der Name seiner Ehefrau Kätchen Kessler, eine geborene Amrhein aus Rothenfels. Sie starb schon im Alter von 30 Jahren.

Auf dem rechten Grabstein seines Sohnes und Arztes Dr. Max Kessler ist unter der symbolhaften Darstellung der Auferweckung des Lazarus zu lesen:
CHRISTUS / ARZT ERWECKE ZUM LEBEN / DR. MAX KESSLER ARZT /
* 18.8.1869 + 16.6.1922
Darunter sind die Namen der Ehefrau Emma und Tochter Katharina aufgeführt.

Der mittlere und größte Stein nimmt Bezug auf den Enkel von Johann Baptist Kessler. Unter der Darstellung der Dreifaltigkeit steht der Fürbittruf
CHRISTUS / EWIGER HOHERPRIESTER LASS /
AM THRON DES LAMMES STEHN /
FRANZ KESSLER / PFARRER IN LAUDENBACH /
* 11.5.1906 + 11.5.1969

Auf Anregung des Heimat- und Geschichtsvereins Steinfeld-Hausen-Waldzell wird die Gemeinde Steinfeld diesem besonderen Priestergrabstein einen festen Platz an der Friedhofsmauer geben.


Martin Loschert, Steinfeld
(Text und Foto)



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